Kompass für Regattasegler

Die Geschichte von
KOMPASS FÜR REGATTASAGLER
Danksagung


Dr. Harald Wozniewski
Karlsruhe 1998

Natürlichen ist das eine lange Geschichte. Davon möchte ich hier aber nur ein paar wichtige Stationen ausbreiten. Am Anfang standen freilich viele Regatten und der Wille, beim nächsten Mal noch weiter vorne mit zu segeln. Sehr bald interessierte mich ganz besonders ein Phänomen, das ich zwar erahnte, das ich aber nur sehr schwer zu erkennen vermochte: Die Wirkung von Winddrehungen auf die Kreuz. Denn beim Segeln fehlt einem einfach der Überblick von oben. Da die Boote auf dem Wasser keine Spuren hinterlassen, kann man die Wege, die sie zurücklegen, nachträglich nicht untersuchen und vermessen. In der Segelliteratur steht beziehungsweise stand dazu sehr wenig. Nur grobe Skizzen und Hinweise dazu, dass die Wege länger beziehungsweise kürzer werden, sind nachlesbar. Wie wichtig Winddrehungen genau sind, ist dort nicht zu erfahren. 

Das nächste war der Griff zu Papier, Winkelmesser, Lineal und Bleistift. Doch das half nur wenig. Ständige Winddrehungen für eine Vielzahl von Booten mit unterschiedlichen Wegen aufs Papier zu bringen, ist viel Arbeit, die auch nicht so richtig überzeugen kann. Zu ungenau sind oft solche Zeichnungen. Allerdings entstand damals schon die auch hier verwendete Darstellung der Winddrehungen mit Dreiecken.

Der Durchbruch kam erst mit dem Computer. So entwickelte ich zunächst von 1986 bis 1989 auf dem C64/SX64 ein Programm namens "kompass". Es war - gemäß dem Computer - recht bescheiden, zeigte habe schon ganz gut, was ich wissen wollte. Danach ruhte die Arbeit am Computer ein paar Jahre. Der Umstieg 1991 auf den PC lockte zwar zu einer PC-Version von "kompass". Doch der Durchbruch kam erst Anfang 1995, als die Programmierung des 4-Farben-Kompasses endlich gelang. Die Ergebnisse waren umwerfend: Nie hätte ich früher geglaubt, welche enorme Wirkung schon geringste Winddrehungen auf Sieg und Niederlage haben. Ende 1995 war die erste Version, die sich nun "Kompass für Regattasegler" nennt, reif für eine intensive Prüfung durch Computerfachleute und -laien und alte Regattahasen. Januar 1996 war die Version 1.0 marktreif. Sie war so überzeugend, dass sie regelrecht als Geheimtip gehandelt wurde. 

Inzwischen sind neue Ideen hinzu gekommen und in der Version 2.0 verwirklicht worden. Sie waren so zahlreich, dass ihre Umsetzung wiederum über ein Jahr dauerte. Erstmals gibt es Kompass für Regattasegler nun auch als kostengünstigere Juniorversion. In der neuen Version konnten auch die Erkenntnisse aus dem 1995 in deutsch erschienenen Werk von Frank Bethwaite "Hochleistungssegeln" berücksichtigt werden. 

Mein Dank gilt all denen, die mir bei der Erstellung des Buchs und des Programms mit Rat und Tat zur Seite standen. Hier möchte ich zuerst meinen Vater nennen. Sehr zu danken habe ich auch den langjährig erfahrenen Regattasegeln Jürgen Wiesel, Herbert Weber und Dieter Wöschler. Sie haben mit kritischem Auge für etliche Stunden und Tage das Boot gegen den Computer getauscht, um dieses Programm zu testen. Ohne ihren Beitrag wäre so manche gute Idee nicht in das Programm hinein und so mancher Fehler nicht aus dem Programm heraus gekommen. Speziellen Dank auch an Herrn Dipl.-Meteorologe Ralf Brauner vom Seewetteramt Hamburg, der mich mit wissenschaftlichem Rat unterstützt hat. 

Nachtrag November 2006:

Ich weiß von vielen Regattaseglern, dass sie durch das Programm einen enormen “Leistungsschub” bekommen haben. Sie haben ihre Boote mit Kompassen und Hilfsmitteln zum Merken der Kompasswerte ausgerüstet, und sie segeln von der Startkreuz an - erfolgreich - auf die vordersten Plätze. Dieses Jahr bin ich mit meinem Sohn (13) nach vielen Jahren Pause selbst mal wieder “auf die Piste gegangen” und konnte einigen meiner Kompass-Freunde zeigen, dass es doch noch ein wenig besser geht.

Natürlich gibt es auch Kritiker. Allerdings habe die meist die Vorstellung, als sollten sie alles, was sie bisher über die “Taktik auf dem Revier” gelernt hätten, über Bord werfen. Das ist ein Missverständnis. Meine Theorie des Kompassegelns und mein Lernprogramm verstehen sich als (wichtige) Ergänzung zu dem, was Segler über das Regattasegeln anderswo beigebracht bekommen.

Es ist schon erstaunlich, dass KOMPASS FÜR REGATTASEGLER im Computerbereich und bei den Lernprogrammen bis heute einzigartig ist. Mir ist auch keine andere Software bekannt, die in der Lage ist, Winddrehungen erfolgreich auszunutzen. Selbst berühmte Spiele-Programme wie z. B. Virtual Skipper sind an der Kreuz bei Winddrehungen totale Nieten (da wundert es auch nicht, dass dort Winddrehungen nur völlig unrealistisch und primitiv implementiert worden sind).

Also, selbst wenn KOMPASS FÜR REGATTASEGLER 2.0 immer noch ein DOS- Programm ist: Sein Nutzen für Segler, die Regatten gewinnen wollen, ist nach wie vor hoch.

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